Kurzer Abriß der Geschichte des Kupferbergbaus in der Region Mansfelder Land


Die Ausbildung des Kupferschiefers begann vor ca. 250 Millionen Jahre als Sedimentierung aus dem Zechsteinmeer. Er ist ein weit verbreiteter, bituminöser Mergelschiefer. Am Harzrand, an der Halle-Hettstedter Gebirgsbrücke, am Hornburger Sattel und am Kyffhäusergebirge tritt die Schicht zu Tage aus. Die Schicht ist durchschnittlich 30 bis 40 cm mächtig und verschwindet in Richtung Süd/Südost allmählich (5-10°) bis zu einer Tiefe von mehreren hundert Metern unter der Erde. Die tiefsten Abbauorte des Mansfelder Kupferschieferbergbaus lagen bei Burgsdorf und Neinstedt im Sangerhäuser Revier bei einer Abbautiefe von 995 bzw. 950 Metern.

Nach dem Chronisten Spangenberg wird der Beginn des Kupferschieferbergbaus in das Jahr 1199 datiert. Damals sollen die Bergleute Nappian und Neuke in Hettstedt mit der Gewinnung des zutage getretenen Kupferschiefers begonnen haben.

Im Jahre 1785 wurde die erste deutsche Dampfamschine auf dem König Friedrich Kunstschacht bei Hettstedt in Betrieb genommen. Den funktioniernden Nachbau dieser Maschine im Maßstab 1:1 kann man heute im Mansfeld-Museum Hettstedt besichtigen.

Am 30. Juni 1910 wurde die Bergbauära in Hettstedt mit der Schließung des Eduard-Schachtes beendet. Auf dem Eduard-Schacht waren von 1868-1910 bis zu 800 Mann mit der Förderung von insgesamt 1.623.340 (das sind in etwa 1400 voll beladene Güterzüge)Tonnen Kupferschiefers beschäftigt.

In allen Revieren des Mansfelder Kupferschieferbergbaus
wurden in den 790 Jahren Bergbaugeschichte insgesamt 109 Millionen Tonnen Erze gefördert, aus welchen ca. 2,6 Millionen Tonnen Kupfer und 14213 Tonnen Silber verhüttet wurden. Ganz nebenbei fiel noch eine riesige Umweltlast für alle Bewohner der Region ab. Am 10. August 1990 wurde der Kupferschieferbergbau endgültig eingestellt. Dadurch entfielen zehntausende Arbeitsplätze, sowohl direkt im Bergbau, als auch in der Weiterverarbeitung, wie z.B im Walzwerk Hettstedt oder den Hüttenbetrieben des Mansfeld-Kombinats. Der Fortgang dieser Entwicklung schlägt sich heute in den immer noch rapide und kontinuierlich abnehmenden Einwohnerzahlen der Region nieder, insgesamt eine eher düstere Zukunftsprognose für unsere Heimat in der nachindustriellen Gesellschaft.